Allradantrieb kostet Aufpreis, Gewicht und etwa einen halben Liter Mehrverbrauch. Ob sich das lohnt, hängt weniger vom Wetter ab als von Ihrer konkreten Wohnlage und Ihren Wegen.
Was Allrad kann — und was nicht
Allradantrieb hilft beim Anfahren und Beschleunigen auf rutschigem Untergrund. Beim Bremsen und in Kurven bringt er nichts: Dort entscheiden ausschließlich die Reifen. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil sie eine verbreitete Fehlannahme auflöst — ein Allradfahrzeug ist nicht automatisch sicherer.
Die Fälle, in denen er sich lohnt
- Steile Zufahrt oder Hanglage: In Pullach, Baierbrunn oder Grünwald gibt es Grundstückszufahrten, die bei Schnee ohne Allrad schlicht nicht befahrbar sind.
- Regelmäßige Bergfahrten: Wer im Winter oft ins Skigebiet fährt, spart sich Ketten und Diskussionen an der Mautstation.
- Anhängerbetrieb: Beim Anfahren mit Last auf nasser Wiese oder Kies ist Allrad deutlich überlegen.
- Zwingende Verfügbarkeit: Schichtdienst oder Bereitschaft, wo Nichtankommen keine Option ist.
Die Fälle, in denen gute Reifen genügen
Im Münchner Stadtgebiet wird geräumt und gestreut. Wer flach wohnt, eine ebene Zufahrt hat und im Winter nicht regelmäßig in die Berge fährt, kommt mit ordentlichen Winterreifen problemlos durch. Der Mehrverbrauch des Allradantriebs läuft dagegen zwölf Monate im Jahr mit.
Worauf es bei Winterreifen ankommt
Achten Sie auf das Alpine-Symbol — die alte M+S-Kennzeichnung allein reicht nicht mehr aus. Unter vier Millimetern Profiltiefe verlieren Winterreifen einen Großteil ihrer Eigenschaften, auch wenn gesetzlich 1,6 Millimeter zulässig sind. Und: Reifen altern. Nach etwa sechs Jahren wird die Mischung hart, unabhängig vom Profil.
Ganzjahresreifen als Kompromiss
Für reine Stadtfahrer mit geringer Fahrleistung eine praktikable Lösung. Bei regelmäßigen Fahrten Richtung Alpen oder über die A8 im Winter ist der Kompromiss zu deutlich — dort bleiben zwei Sätze die bessere Wahl.
Unsere Empfehlung
Beschreiben Sie uns Ihre Zufahrt und Ihre typischen Winterfahrten. In den meisten Fällen lautet die Antwort: gute Winterreifen genügen. In den anderen ist der CR-V mit Allrad die richtige Wahl — und dann sagen wir das auch klar.