„Vollhybrid“ sagt wenig darüber aus, wie ein Antrieb tatsächlich arbeitet. Bei Honda steckt hinter dem Kürzel e:HEV ein Konzept, das sich von den meisten Wettbewerbern unterscheidet — und das erklärt, warum die Verbrauchswerte im Alltag so niedrig ausfallen.
Zwei Elektromotoren, ein Benziner
Das System besteht aus einem Benzinmotor, einem Generator und einem Antriebsmotor. In den meisten Fahrsituationen treibt der Elektromotor die Räder an. Der Benziner ist gar nicht mit ihnen verbunden — er läuft im effizientesten Drehzahlbereich und erzeugt Strom für den Antriebsmotor.
Erst bei gleichmäßig höherem Tempo, typischerweise auf der Autobahn, koppelt eine Kupplung den Verbrenner direkt durch. Genau dort ist ein Verbrennungsmotor am effizientesten, während der Umweg über Generator und Elektromotor Verluste bringen würde.
Was das im Alltag bedeutet
- In der Stadt: Sie fahren praktisch immer elektrisch. Der Benziner springt an, wenn die kleine Batterie nachgefüllt werden muss — nicht, wenn Sie Gas geben.
- Auf der Landstraße: Wechsel zwischen beiden Betriebsarten, je nach Tempo und Last.
- Auf der Autobahn: Direkter Durchtrieb bei konstanter Fahrt, Zuschaltung des E-Motors beim Beschleunigen.
Der ungewohnte Teil
Weil Motordrehzahl und Fahrgeschwindigkeit nicht fest gekoppelt sind, klingt der Antrieb beim starken Beschleunigen anders als gewohnt: Die Drehzahl steigt und bleibt, während das Tempo nachzieht. Wer aus einem Fahrzeug mit klassischer Automatik umsteigt, braucht dafür ein paar Kilometer. Honda hat deshalb simulierte Schaltstufen ergänzt, die das Gefühl vertrauter machen.
Und die Batterie?
Sie ist klein — bewusst. Da sie weder ganz voll noch ganz leer betrieben wird, ist die Belastung gering. Das ist einer der Gründe, warum Hybridbatterien in der Praxis so lange halten. Aufladen können und müssen Sie nichts: Das System versorgt sich selbst über Rekuperation und Generator.
Für wen sich e:HEV lohnt
Für alle ohne eigene Lademöglichkeit. Wer zuhause laden kann und unter 80 Kilometer pendelt, fährt mit dem Plug-in-Hybrid des CR-V oder mit dem vollelektrischen e:Ny1 günstiger. Ohne Wallbox ist der e:HEV dagegen die klar praktikablere Lösung — ohne Ladeplanung, ohne Kabel, ohne Kompromiss bei der Reichweite.
Der beste Test
Fahren Sie eine Runde mit Stadtverkehr und Autobahnstück. Achten Sie dabei auf die Anzeige, die den aktuellen Betriebsmodus zeigt — nach zwanzig Minuten haben Sie das System verstanden.